HNO-Chirurgie – Welche Operationen gibt es und was passiert dabei?
Die chirurgische Behandlung von Kindern mit Polypen, oder die Korrektur einer verkrümmten Nasenscheidewand gehören zu den häufigsten Operationen, die vom HNO-Arzt durchgeführt werden. Seltener sind technisch komplexere Eingriffe notwendig, wie zum Beispiel eine endoskopische Operation von chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen oder eine mikrochirurgische Mittelohroperation zur Hörverbesserung. Mit Ausnahme der Tumorchirurgie handelt es sich dabei um minimalinvasive Eingriffe, die ohne erhöhtes Risiko in einer Privatklinik durchgeführt werden können.
Kopf- und Hals-Chirurgie
Eingriffe an Haut und Weichteilen von Kopf und Gesicht (Entfernung von Ohranhängseln, Muttermalen, Warzen, Zysten, Lymphknoten etc.)
Die Entfernung von meist gutartigen Veränderungen im Gesicht und am Hals kann häufig unkompliziert in örtlicher Betäubung erfolgen. Die Behandlung von größeren oder bösartigen Neubildungen erfordert in vielen Fällen eine Allgemeinnarkose und eine präoperative Bildgebung wie Ultraschall, CT oder MRI.
Eine Besonderheit bei diesen Operationen stellt der ästhetische Aspekt dar. Neben dem Hauptziel der vollständigen Entfernung, sollen entstellende Narben und funktionelle Einschränkungen vermieden werden. Möglich wird dies durch die detaillierte Kenntnis der speziellen Kopf- und Hals-Anatomie, der sogenannten Hautspaltlinien und durch die fachgerechte OP-Planung im Zuge der Erstvorstellung in meiner Ordination.
Mikrolaryngoskopische und transorale Operationen (Entfernung von Polypen, Zysten, Leukoplakien etc. aus dem Rachen oder dem Kehlkopf, Behandlung von Reinke-Ödemen)
Veränderungen in der Mundhöhle können häufig in lokaler Betäubung entfernt werden. Tiefer sitzende Prozesse, wie eine Zyste am Zungengrund oder eine Leukoplakie an den Stimmlippen sind schwerer zugänglich. Meistens ist eine Operation in diesen Regionen ohne Narkose durch den ausgeprägten Würge- und Hustenreflex unmöglich. Durch den Einsatz von Allgemeinnarkose, eines OP-Mikroskops und spezieller Patientenlagerung können viele Veränderungen unkompliziert und atraumatisch entfernt werden. Die Schmerzen nach der Operation sind zumeist gering, der Aufenthalt im Krankenhaus beschränkt sich häufig auf eine Übernachtung.
Die genaue Beurteilung und die Einschätzung der Ausdehnung des zu entfernenden Prozesses sowie die OP-Planung, erfolgen in meiner Ordination. In manchen Fällen ist dafür eine spezielle Bildgebung wie Ultraschall, CT, MRI, oder eine logopädische Untersuchung notwendig.
UPPP (Operation zur Behandlung von Schnarchen und OSAS)
Die Uvulopalatopharyngoplastik – kurz UPPP- ist ein operativer Eingriff in Allgemeinnarkose, der zur Behandlung des obstruktiven Schlafapnoesyndroms und Schnarchen durchgeführt wird. Es existieren verschiedene Modifikationen dieser etablierten OP-Technik. Neben dem klassischen Verfahren kommen auch Laser und Radiofrequenztherapie zum Einsatz. Ziel des Eingriffs ist eine stabile Erweiterung des Schlundes durch Straffung des Gaumensegels, um einen Kollaps der oberen Atemwege während des Schlafes zu verhindern. In vielen Fällen werden gleichzeitig auch die Gaumenmandeln entfernt, was zumindest einen zweitägigen stationären Aufenthalt nach der Operation erfordert.
Die Erfolgsrate der Operation wird in der Literatur unterschiedlich hoch angegeben, hängt aber in hohem Ausmaß von einer exakten Untersuchung vor der Operation ab. Denn nicht jeder Patient mit OSA ist für die UPPP geeignet und in vielen Fällen sind konservative Therapieansätze sinnvoller. Notwendig ist eine genaue HNO-Untersuchung mit Endoskopie und einer ambulanten Polygraphie (Schlaflaboruntersuchung). Gesteigert wird die Aussagekraft der präoperativen Einschätzung durch die medikamentös induzierte Schlafendoskopie (MISE), eine Untersuchung die ich ambulant im Medicent durchführe und dessen Ergebnis maßgeblich Einfluss auf die Wahl der geeigneten Therapie nimmt.
Nasenoperationen

Nasenbeinreposition (akute Versorgung eines Nasenbeinbruchs)
Die Korrektur eines gebrochenen und verschobenen Nasenbeins kann in örtlicher Betäubung oder in Allgemeinnarkose erfolgen. In den meisten Fällen wird die Aufrichtung des zertrümmerten Nasenskeletts in Narkose bevorzugt und die lockeren Knochenstücke von innen mit einer Tamponade und von außen mit einer Aluminiumschiene oder einem Gips stabilisiert. Der optimale Zeitpunkt für den Eingriff liegt nach Abschwellen des Weichteilmantels innerhalb der ersten 10 Tage nach dem Unfall, der stationäre Aufenthalt umfasst ein bis zwei Nächte. In manchen Fällen ist eine tagesklinische Operation möglich, das jeweilige Vorgehen wird im Zuge der Erstuntersuchung in meiner Ordination festgelegt. Je nach Verfahren führe ich diesen Eingriff in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen oder im Medicent durch.
Turbinoplastik und Radiofrequenztherapie (Verkleinerung der Nasenmuscheln)
Die chirurgische Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln dient der Verbesserung der Nasenatmung. Häufig wird dieser Eingriff in Kombination mit einer Nasenscheidewandkorrektur (Septumplastik) durchgeführt. Je nach angewandter Technik kann ich diesen Eingriff in örtlicher Betäubung oder in Narkose anbieten. Wenn auf eine Nasentamponade verzichtet werden kann, erfolgt die Operation tagesklinisch. Bei Verwendung von Tamponaden zur Blutstillung, ist ein stationärer Aufenthalt für zumindest eine Nacht notwendig.
Septumplastik (Nasenscheidewandoperation)
Zur Verbesserung der Nasenatmung bei verkrümmter Nasenscheidewand (Septumdeviation) wird eine funktionelle Septumplastik, häufig kombiniert mit einer Turbinoplastik in Allgemeinnarkose durchgeführt. Der Eingriff erfolgt in geschlossener Technik, das heißt von außen ist kein sichtbarer Hautschnitt notwendig und es kommt in der Regel zu keinen Blutergüssen oder Schwellungen im Gesicht. Das technische Prinzip dieser Operation besteht in der Entfernung von gekrümmten Anteilen des Septums mit angeschlossener Replantation von entnommenen Knorpelteilen zum Wiederaufbau einer möglichst geraden Nasenscheidewand. Zur Blutstillung werden am Ende der Operation Nasentamponaden eingelegt. Dafür verwende ich kleine saugfähige Schwämmchen, die nach zwei Tagen unkompliziert entfernt werden. Im Anschluss erfolgt die Entlassung aus der stationären Behandlung, die postoperative Nachsorge findet in meiner Ordination statt.
Septorhinoplastik (plastische und funktionelle Nasenoperation)
Eine schiefe oder zu große Nase mit Höcker kann bekannterweise durch eine ästhetische Nasenoperation behandelt werden. Da die Nasenscheidewand als zentrale Struktur dem Verlauf eines schiefen Nasenrückens folgt, muss diese zusammen mit dem äußeren Nasenskelett korrigiert werden um eine Einschränkung der Nasenatmung zu verhindern. Bei der Septorhinoplastik werden knöcherne und knorpelige Strukturen der äußeren Nase und des Nasenseptums mobilisiert, abgetragen und in der gewünschten Form wieder aufgebaut und gleichzeitig eine symmetrische Nasenatmung ermöglicht. Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose, ist invasiver als eine reine Korrektur der Nasenscheidewand und führt zu unterschiedlich stark ausgeprägten Schwellungen und Hämatomen im Gesicht. Der Eingriff wird in geschlossener Technik durchgeführt, so dass außen sichtbare Narben vermieden werden. Zur Blutstillung werden meist Streifentamponaden eingelegt, zur Stabilisierung des Nasengerüsts dient eine Aluminium Schiene oder ein Nasen Gips. Der stationäre Aufenthalt umfasst zwei Nächte, der Gips wird nach zwei Wochen in meiner Ordination entfernt.
FESS (Operation der Nasennebenhöhlen)
Die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlen-Operation hat zum Ziel, akut und chronisch entzündliches Gewebe oder Tumoren zu entfernen und wird häufig mit einer Septumplastik kombiniert. Der Eingriff wird minimalinvasiv in Narkose durchgeführt und soll eine gute Drainage der Nebenhöhlen in die Nasenhaupthöhle ermöglichen. Das Operationsgebiet wird mit dem Endoskop durch die natürlichen Nasenlöcher erreicht, daher ist ein Hautschnitt nicht notwendig. Zur Blutstillung dienen resorbierbare Schwämmchen, ein blutstillender Schaum oder kleine Schwämmchen Tamponaden die nach zwei Tagen entfernt werden. Der stationäre Aufenthalt dauert zwei Nächte, die Nachbehandlung erfolgt in meiner Ordination.
Endoskopische Tubendilatation (OP zur Verbesserung des Druckausgleichs)
Quälende Probleme mit dem Druckausgleich können durch eine Dehnung der Eustachischen Röhren beseitigt werden. Über die Nasenhaupthöhle wird mit einem Endoskop – ohne Hautschnitt – der Nasenrachen erreicht und die beiden Ohrtrompeten mit einem Ballonkatheter sondiert. Die Dehnung erfolgt mit 10 Bar, weshalb der Eingriff zumeist in Allgemeinnarkose durchgeführt wird. Nach der Operation bestehen kaum Schmerzen und es kommt nur selten zu Blutungen. Diese Behandlung führe ich tagesklinisch im Medicent durch, das heißt eine Übernachtung ist nicht notwendig.
Operationen am Ohr

Gehörgangsplastik und Meatoplastik (Eingriff zur Erweiterung des Gehörgangs)
Eine Einengung des Gehörgangs kann durch kugelige Knochenvorsprünge, sogenannte Exostosen, oder durch Veränderungen des knorpeligen Anteils des Gehörgangs verursacht werden. Zur Erweiterung wird ein minimalinvasiver, mikrochirurgischer Eingriff in Narkose durchgeführt, der die normale Anatomie des Gehörganges wieder herstellt. Der Hautschnitt kann meistens sehr sparsam im Ohr geführt werden, so dass eine kaum sichtbare Narbe resultiert. Um die Sicherheit der Operation zu erhöhen, führe ich vor dem Eingriff ein hochauflösendes CT des Felsenbeins durch und verwende intraoperativ ein elektrisches Nervenmonitoring zur Überwachung des Gesichtsnervs. Der stationäre Aufenthalt umfasst ein bis zwei Nächte, die Nähte und eine Streifentamponade im Gehörgang werden nach einer Woche in meiner Ordination entfernt.
Tympanoplastik (Mittelohroperation zur Trommelfellrekonstruktion und Hörverbesserung)
Eine Mittelohroperation ist ein hochspezialisierter mikrochirurgischer Eingriff, der von einem erfahrenen Ohrchirurgen durchgeführt werden sollte. Das Ziel ist die Rekonstruktion eines beschädigten Trommelfells und die Wiederherstellung einer funktionstüchtigen Gehörknöchelchenkette. Dadurch werden chronische Entzündungsprozesse gestoppt und das Hörvermögen verbessert. Vor dem Eingriff ist ein hochauflösendes CT des Felsenbeins notwendig, intraoperativ kommt ein elektrisches Nervenmonitoring zur Überwachung des Gesichtsnervs zum Einsatz. Der Zugang zum Mittelohr erfolgt, wenn möglich über einen kleinen Hautschnitt im Ohr, oder über einen etwas längeren Schnitt hinter dem Ohr. Defekte im Trommelfell werden durch kleine Transplantate aus dem Ohrknorpel gedeckt, unbrauchbare Gehörknöchelchen werden entfernt und durch winzige Titanprothesen ersetzt. Ich führe diese Operation in Allgemeinnarkose in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen durch. Der stationäre Aufenthalt wird für zwei Nächte geplant, die Nähte und eine Streifentamponade im Gehörgang werden nach einer Woche in meiner Ordination entfernt.
Stapesplastik (Mittelohroperation zur Hörverbesserung bei Otosklerose)
Die Stapesplastik ist eine Sonderform der Mittelohroperation und dient der Hörverbesserung bei Otosklerose. Der Zugang erfolgt über einen kleinen Schnitt, der im Ohr geführt wird, Ziel der Operation ist die Entfernung des Steigbügels und dessen Ersatz durch eine winzige Titanprothese. Gelingt es eine gut schwingende Gehörknöchelchenkette wieder herzustellen, kann eine Schallleitungsstörung behoben werden und das Hörvermögen des Patienten verbessert sich deutlich. Auch bei der Stapesplastik verwende ich ein elektrisches Gesichtsnervenmonitoring und führe vor dem Eingriff eine Felsenbein-CT durch. Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose, der stationäre Aufenthalt umfasst zwei Nächte. Die Nähte und eine Streifentamponade im Gehörgang werden nach einer Woche in meiner Ordination entfernt.
Mastoidektomie (Entfernung des Warzenfortsatzes bei Cholesteatomen und Mastoiditis)
Bei akuten oder chronischen Entzündungen des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr, muss in vielen Fällen der befallene Knochen abgetragen werden um eine Ausheilung zu erreichen. Die luftgefüllten Zellen des Warzenfortsatzes sind mit dem Mittelohr verbunden, daher erfolgt die Mastoidektomie häufig in Kombination mit einer Tympanoplastik, insbesondere bei Vorliegen eines Cholesteatoms. Der Hautschnitt wird hinter dem Ohr geführt, das Ausmaß und die Dauer der Operation können erheblich variieren. Vor dem Eingriff ist ein hochauflösendes Felsenbein-CT notwendig, in vielen Fällen auch eine vorbereitende Antibiose. Die Mastoidektomie führe ich in Allgemeinnarkose unter Verwendung eines Neuromonitorings des Gesichtsnervs durch. Der stationäre Aufenthalt dauert zumindest zwei Nächte.
Parazentese ggf. mit Dauerdrainage bei Erwachsenen (Trommelfellschnitt mit oder ohne Paukenröhrchen)
Ein Trommelfellschnitt kann in verschiedenen Situationen notwendig werden und dient der Entlastung des Mittelohres bei Vorliegen eines akuten, chronischen, eitrigen oder sterilen Ergusses. Soll das Trommelfell für längere Zeit offengehalten werden, um eine Belüftung zu ermöglichen (Dauerdrainage) werden winzige Paukenröhrchen eingelegt, die je nach Bauart unterschiedlich lange im Trommelfell verbleiben und schließlich abgestoßen werden. Der Eingriff kann in örtliche Betäubung oder in Narkose erfolgen. Mit stärkeren Schmerzen oder Blutungen nach der Operation ist in der Regel nicht zu rechnen, so dass die Behandlung in den meisten Fällen tagesklinisch, also ohne Übernachtung im Krankenhaus möglich ist. In vielen Fällen kann der Eingriff unkompliziert in meiner Ordination durchgeführt werden. Nach einer Parazentese muss das Ohr trocken gehalten werden, nach Einlage eines Paukenröhrchen ist ein angepasster Gehörschutz ratsam, um das Ohr vor Infektionen durch Wasserkontakt zu schützen.
Trommelfellschienung (Versorgung einer Trommelfellperforation)
Eine traumatische Trommelfellperforation sollte möglichst sofort behandelt werden. Obwohl das Trommelfell eine hohe Regenerationsrate aufweist und kleine Verletzungen meist rasch von selbst heilen, kann ein größerer Defekt im Trommelfell zu einem chronischen Problem werden. Größere Substanzdefekte müssen mikrochirurgisch behandelt werden, nach innen geklappte Anteile des Trommelfells müssen ausgekrempelt, in die korrekte Ebene gebracht und mit einer Silikonfolie geschient werden, um eine dauerhafte Heilung zu ermöglichen. Der Eingriff erfolgt in lokaler Betäubung und kann in meiner Ordination durchgeführt werden. Nach der Operation muss das behandelte Ohr trocken gehalten und heftiges Schnäuzen vermieden werden. Die Folie kann schließlich nach einigen Wochen unkompliziert, ohne weitere Betäubung abgesaugt werden.
HNO Operationen bei Kindern

Adenotomie (Entfernung der Polypen)
Die Adenotomie, meist kombiniert mit einer Parazentese ist eine der häufigsten HNO-chirurgischen Eingriffen bei Kindern. Notwendig wird die Behandlung, wenn die Nasenrachenmandel – häufig auch als Polyp bezeichnet – die Nasenatmung vollständig blockiert, wenn das Kind an wiederkehrenden, hartnäckigen Infektionen der oberen Atemwege leidet, oder wenn durch eine Verlegung der Ohrtrompete die Belüftung des Mittelohrs dauerhaft gestört wird. Diese Operation führe ich in Allgemeinnarkose in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen ab dem vollendeten vierten Lebensjahr durch. Die Rachenmandel ist durch den Mund zugänglich, daher ist ein Hautschnitt nicht notwendig und es entsteht keine außen sichtbare Narbe. Zur Beobachtung und zur Erhöhung der Sicherheit umfasst der stationäre Aufenthalt in der Regel eine Nacht.
Tonsillotomie (Verkleinerung der Gaumenmandeln)
Die Verkleinerung der Gaumenmandel ist sinnvoll, wenn die oberen Atemwege so stark eingeengt sind, dass die Atmung des Kindes vor allem in der Nacht beeinträchtigt wird. In den meisten Fällen liegt zusätzlich eine Vergrößerung der Nasenrachenmandel vor, das Kind schnarcht laut, atmet angestrengt mit überstrecktem Hals und zeigt Atempausen (kindliches Schlafapnoesyndrom). Der Eingriff wird üblicherweise mit einer Adenotomie kombiniert, erfolgt in Allgemeinnarkose und kann durch den Mund durchgeführt werden, es entstehen also keine außen sichtbaren Narben. Im Gegensatz zur vollständigen Entfernung der Gaumenmandel ist der Eingriff wesentlich sicherer, da die Nachblutungsgefahr signifikant geringer ist. Kinder operiere ich ab dem vollendeten vierten Lebensjahr in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen, der stationäre Aufenthalt dauert ein bis zwei Nächte.
Parazentese ggf. mit Dauerdrainage bei Kindern (Trommelfellschnitt mit oder ohne Paukenröhrchen)
Ein Trommelfellschnitt bei Kindern wird zur Behandlung eines chronischen Mittelohrergusses (Mukoserotympanon) durchgeführt. Notwendig wird dieser Eingriff, wenn der Erguss trotz konservativer Therapie über mehrere Monate bestehen bleibt und die Sprachentwicklung des Kindes gefährdet. In manchen Fällen werden winzige Paukenröhrchen eingelegt, die je nach Bauart unterschiedlich lange im Trommelfell verbleiben und schließlich abgestoßen werden. Der Eingriff wird häufig mit einer Adenotomie und gegebenenfalls auch mit einer Tonsillotomie kombiniert und erfolgt in Allgemeinnarkose. Kinder operiere ich ab dem vollendeten vierten Lebensjahr in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen, der stationäre Aufenthalt umfasst je nach Kombination mit anderen Eingriffen, ein bis zwei Nächte. Nach einer Parazentese muss das Ohr trocken gehalten werden, nach Einlage eines Paukenröhrchen ist ein angepasster Gehörschutz ratsam, um das Ohr vor Infektionen durch Wasserkontakt zu schützen.
Otopexie (Korrektur von abstehenden Ohren)
Abstehende Ohren können bei Kindern großen psychischen Leidensdruck produzieren, zum Beispiel durch Hänseleien in der Schule. In Österreich wird die chirurgische Korrektur in Regel bis zum vollendeten 14. Lebensjahr von der (Pflicht-) Krankenkasse bewilligt. Bei älteren Patienten gilt die Operation als ästhetischer Eingriff, die Kosten müssen daher selbst übernommen werden.
Eine Otopexie wird in den meisten Fällen primär beidseits durchgeführt und ist sowohl in örtlicher Betäubung, als auch in Narkose möglich. Der Hautschnitt erfolgt versteckt hinter dem Ohr, nach der Operation sind Hämatom-Verfärbungen am Ohr möglich, nach der Abheilung sind die Narben meistens kaum mehr sichtbar. Diesen Eingriff führe ich im Privatspital Wehrle-Diakonissen durch, der postoperative Aufenthalt beschränkt sich in den meisten Fällen auf eine Nacht. Der Kopfverband und die chirurgischen Nähte werden nach zwei Wochen in meiner Ordination entfernt. Zum Schutz der Narbe empfehle ich im Anschluss das Tragen eines Stirnbandes für weitere zwei Monate.