Plötzlicher Hörverlust

Plötzliche Hörminderung – Was tun bei Hörsturz, Lärmtrauma oder verstopftem Ohr?

Wattegefühl und Druck im Ohr können Symptome einer Hörminderung in einem bestimmten Frequenzbereich darstellen und sind manchmal auch mit rauschenden oder pfeifenden Ohrgeräuschen (Tinnitus) kombiniert. Häufige Ursachen sind mechanische Blockaden des Gehörgangs z.B. durch Ohrenschmalz oder eine Belüftungsstörung des Mittelohres im Rahmen eines grippalen Infekts. Tritt die Hörminderung nach starker Lärmbelastung auf, ist es zu einem Lärmtrauma gekommen. Ist keine Ursache erkennbar, kann ein sogenannter Hörsturz vorliegen.

Ohrenschmalz (Cerumen)

Dieses Sekret wird aktiv im Gehörgang gebildet, wandert von innen nach außen und bildet so eine Schutzschicht für die empfindliche Gehörgangshaut. Ist der Selbstreinigungsmechanismus des Gehörgangs gestört, wird dieser zunehmend verstopft, das Ohrenschmalz verdichtet und es können sich feste Pfropfen bilden, die zu Hörminderung, Tinnitus und auch Schmerzen führen können.

Hörminderung

Hörsturz und Lärmtrauma

Bei diesen Krankheitsbildern handelt es sich um eine plötzliche Funktionsstörung des Innenohres. Intensiver Lärm, wie z.B. in einer Disco, in einem Konzert, durch einen Schuss oder Knall kann zu einer Schädigung der sogenannten Haarzellen, den Sinneszellen des Innenohres führen. Meistens fühlt sich das betroffene Ohr wie in Watte gepackt an, der Höreindruck ist gedämpft, häufig klagen die Patienten auch über ein pfeifendes Störgeräusch. Die Beschwerden bestehen meist nur vorübergehend und bilden sich innerhalb von Stunden bis wenige Tage wieder zurück (Temporary Threshold Shift). In manchen Fällen, insbesondere nach wiederholter Lärmbelastung, kann die Hörminderung – mit oder ohne Tinnitus – bestehen bleiben und eine ärztliche Behandlung erfordern.

Gleichartige oder ähnliche Beschwerden können auch völlig unerwartet in Ruhe, oder in Zusammenhang mit Stress auftreten. Nach Ausschluss von bekannten Ursachen einer plötzlichen Hörminderung, wie eine Entzündung, eine Medikamentennebenwirkung, ein mechanisches Trauma, ein Lärmtrauma und andere, ist die Definition des Hörsturzes erfüllt. Um die korrekte Diagnose zu stellen, ist eine HNO-ärztliche Untersuchung notwendig. Die Dringlichkeit richtet sich nach mehreren Faktoren, wie begleitendem Schwindel, Tinnitus, Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr, Fieber, Trauma usw. Im Zweifelsfall können die Umstände telefonisch mit meinen Mitarbeiterinnen besprochen und ein angemessen zeitnaher Termin vereinbart werden.

Tinnitus

Jegliches Geräusch im Ohr das nicht von einer äußeren Schallquelle verursacht wird, egal ob pfeifend, brummend, oder rauschend wird als Tinnitus bezeichnet. Tinnitus, aber auch eine Hörminderung, verzerrtes Hören, Lärmempfindlichkeit und Schwindel sind Symptome einer Funktionsstörung des Ohres. Ziel der HNO-ärztlichen Untersuchung ist es, die Ursache dieser Störung festzustellen um eine Behandlung zu ermöglichen. Abhängig vom Auslöser (infektiös, mechanisch, traumatisch, medikamentös etc.) und dem Ort der Störung (äußeres Ohr, Mittelohr oder Innenohr) kommen viele verschiedene Therapiestrategien zum Einsatz. Zum Beispiel kann eine mechanische Barriere, wie Ohrenschmalz unkompliziert entfernt werden, Entzündungen antibiotisch behandelt und Funktionsstörungen an den Gehörknöchelchen oder am Trommelfell chirurgisch behoben werden.

Behandlung von verstopften Ohren

Die Entfernung von sogenanntem Cerumen obturans sollte durch einen HNO-Facharzt mit dem Ohrmikroskop erfolgen um eine Verletzung von Gehörgang und Trommelfell zu vermeiden. Zur Reinigung des Gehörgangs verwende ich in meiner Ordination spezielle feine Instrumente und Sauger. Eine Ohrenspülung mit Wasser ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Zur Vorbereitung und Erleichterung der Reinigung kann eine Vorbehandlung mit einem Ohrenöl hilfreich sein. Kurzfristige Termine für rasche Hilfe bei verstopften Ohren können unkompliziert telefonisch oder online vereinbart werden.

Behandlung des Lärmtraumas und Hörsturzes

Bei einem akuten Lärmtrauma kann zunächst 24 Stunden auf die Rückbildung der Beschwerden zugewartet werden. Bleiben Hörverlust und Tinnitus bestehen, sollte eine HNO-ärztlicher Untersuchung mit Hörtest erfolgen und ggf. eine Therapie mit Kortikosteroiden eingeleitet werden.

Die Empfehlungen zur Therapie eines Hörsturzes haben sich im Verlauf der letzten Jahre mehrfach verändert. Den Ergebnissen einer aktuellen multizentrischen Studie aus Deutschland und Österreich (Hodokort) folgend, wird in meiner Ordination in Salzburg derzeit zumeist eine reine Kortikosteroid-Therapie in Tablettenform verordnet. Zusätzlich, alternativ, oder als Zweitlinientherapie können Kortikosteroide auch durch das Trommelfell direkt ins Mittelohr (intratympanal) eingebracht werden. Darüber hinaus gibt es experimentell angewandte Substanzen die im Rahmen von klinischen Studien verabreicht und weiter untersucht werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus

Wie bereits erwähnt, sind die Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus vielfältig und richten sich nach der Ursache des Störgeräusches. Meine Aufgabe ist es, durch eine systematische Untersuchung in meiner Facharzt-Ordination eine exakte Diagnose zu stellen und eine folgerichtige Therapie einzuleiten.

Leider kann bei einigen Patienten auch nach sorgfältiger Diagnostik keine spezifische Ursache für das Symptom Tinnitus gefunden werden, was eine zielgerichtete Therapie unmöglich macht. Die weit verbreitete Pauschal-Aussage „gegen Tinnitus kann man eh nichts machen“ ist jedenfalls falsch. Richtig ist, dass dieses Symptom grundsätzlich nicht direkt messbar und daher häufig schwer einzuschätzen ist. Natürlich gibt es in der Ohrenheilkunde auch Krankheiten die nicht immer heilbar sind. Manche Krankheitsbilder und deren Entstehung sind noch nicht restlos geklärt und Gegenstand intensiver Forschung, wie zum Beispiel auch der (idiopatische) Hörsturz.

Nach Ausschöpfung von etablierten Therapieansätzen kann ein Tinnitus – mit oder ohne Hörstörung – andauern und zu einem chronischen Leiden werden. Um negativen psychosozialen Folgen entgegenzuwirken, haben sich verhaltenspsychologische Therapien etabliert, auch die Kontaktaufnahme mit einer Selbsthilfegruppe kann für viele Patienten hilfreich sein.

Prophylaxe

Um die Bildung eines festen Pfropfens im Gehörgang zu vermeiden, sollte auf Manipulationen im Gehörgang, z.B. mit Wattestäbchen verzichtet werden. Bei individueller Neigung zu übermäßiger Ohrschmalzproduktion, Versorgung mit Hörgeräten oder bei häufiger Verwendung von im Ohr getragenem Gehörschutz oder Kopfhörern kann eine regelmäßige Gehörgangsreinigung sinnvoll sein, um eine vollständige Blockade des äußeren Ohres zu vermeiden. Weitere Ursachen von rasch wiederkehrendem Cerumen obturans sind Gehörgangsexostosen und ein Gehörgangs-Cholesteatom. Dabei handelt es sich um Erkrankungen des knöchernen Gehörgangs, die durch einen mikrochirurgischen Eingriff (Gehörgangsplastik) behandelt werden können.

Maßnahmen zur Verhütung eines Lärmtraumas liegen auf der Hand: Schutz vor Lärm, insbesondere nach bereits stattgefundenen Lärmtraumen, ist effektiv um eine dauerhafte Innenohrschädigung zu verhindern. Neben einfachen Gehörschutzprodukten die im oder über dem Ohr getragen werden, sind beim Hörakustiker auch individuell an den Gehörgang angepasste Systeme erhältlich, die die unterschiedenen Anforderungen der Nutzer, wie z.B. Jäger und Musiker berücksichtigen.

Wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Prophylaxe des idiopatischen Hörsturzes sind schwierig, denn „idiopatisch“ bedeutet „Ursache unbekannt“. Nach den gegenwärtigen Theorien einer Durchblutungsstörung oder einem infektiösen Geschehen als Ursachen des Hörsturzes, kann ein allgemein gesundheitsfördernder Lebensstil und die Risiko-Minimierung für Herz- und Gefäßerkrankungen empfohlen werden.

Grundsätzlich muss ein gesundes Ohr nicht gesäubert werden, solange der Selbstreinigungsmechanismus nicht gestört wird. Um eine Blockade mit Ohrenschmalz zu vermeiden, ist es am besten, Manipulationen in der Tiefe des Gehörgangs zu unterlassen. Ist das Ohr trotzdem einmal verstopft, ist das der beste Zeitpunkt für einen kurzfristigen Termin zur Ohrenreinigung in meiner Ordination. Regelmäßige Ohrreinigungen sind nur bei manchen Patienten notwendig, die Häufigkeit ergibt sich aus dem Verlauf.

Ein Hörsturz gilt als dringlich abklärungsbedürftig. Er ist kein klassischer Notfall, sollte jedoch zeitnah ärztlich beurteilt werden, idealerweise innerhalb weniger Tage.
Wichtig ist: Ein plötzlich auftretender Hörverlust kann verschiedene Ursachen haben. Die Diagnose „Hörsturz“ sollte deshalb vom Arzt gestellt werden, um andere behandlungsbedürftige Erkrankungen auszuschließen, bzw. zu erfassen.
Eine erste Einschätzung kann über ihren Hausarzt erfolgen, die weiterführende Abklärung bieten wir in unserer Facharztpraxis an.

Generell ist nach stärkerer Lärmbelastung eine Pause für das Ohr ratsam, das heißt Sie sollten sich Ruhe gönnen um dem Ohr Gelegenheit zur Regeneration zu geben. Insbesondere bei Hörverlust, Druck im Ohr und Tinnitus muss das Ohr vor weiterem Lärm geschützt werden. Klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen nicht ab, sollte ein Hörtest veranlasst werden.

Durch einen Schlag aufs Ohr kann eine Trommelfellverletzung und ein Innenohrschaden entstehen. Vereinbaren Sie einen Termin mit meinen Mitarbeiterinnen und halten Sie das Ohr trocken und schützen Sie es vor Lärm.

Das kann ein Zeichen für ein Loch im Trommelfell sein. Um eine Infektion zu verhindern, sollte das Ohr trocken gehalten werden und eine fachärztliche Untersuchung eingeleitet werden.

Bei vollständigem Hörverlust sollte nicht unnötig zugewartet werden. Die Chancen, dass sich ein Ohr nach einem Hörsturz wieder erholt, sinken bei hochgradiger Ausprägung des Hörverlusts und bei verzögertem Therapiebeginn. Kontaktieren Sie uns am besten telefonisch. Meine Mitarbeiterinnen sind bestens geschult und stets bemüht in dringlichen Fällen rasche Hilfe zu vermitteln.

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