Öffnet in einem neuen Tab

Schnarchen und Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)

Was tun bei nicht-erholsamen Schlaf, Tagesmüdigkeit und Partnerschaftskonflikt durch lautes Schnarchen?

Nächtliches Schnarchen ist in Österreich weit verbreitet und betrifft häufiger Männer als Frauen. Meistens handelt es sich einfach nur um ein störendes Phänomen, manchmal liegt diesem Symptom jedoch eine ernstzunehmende Atmungsstörung zu Grunde, die als obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) bezeichnet wird. Durch wiederholte, länger andauernde Atempausen während des Schlafes entsteht Stress für den Körper, was schließlich zur Entwicklung von Herz- Kreislauferkrankungen führen kann.

Schnarchen

Paar schläft nebeneinander im Bett

Sporadisches Schnarchen kann jeden Menschen betreffen und wird durch verschiedene Faktoren wie Alkoholkonsum, Schwellung der Nasenschleimhäute oder Gewichtszunahme begünstigt. Tritt es aber regelmäßig auf, kann es zur Belastungsprobe für eine Beziehung werden und in ausgeprägten Fällen negative soziale Folgen nach sich ziehen. Verursacht werden die Schnarchgeräusche zum Beispiel durch eine verstopfte Nase, oder durch eine Berührung von Gaumensegel und Rachenhinterwand bei Abnahme des Muskeltonus im Schlaf. Eine ausführliche HNO-ärztliche Untersuchung kann in vielen Fällen die Ursache des Schnarchens ans Licht bringen und Gegenmaßnahmen ermöglichen. In meiner Ordination wird dafür neben der allgemeinen HNO-Untersuchung standartmäßig eine flexible Endoskopie der oberen Atemwege und eine ambulante Polygraphie mit einem tragbaren Schlafüberwachungsgerät durchgeführt. Weiterführend ist in manchen Fällen ein Allergietest und/oder eine medikamentös induzierte Schlafendoskopie (MISE oder engl. DISE) sinnvoll.

Obstruktives Schlafapnoesyndrom

Wecker auf einem Nachttisch neben einer Lampe

Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um eine schlafbezogene Atmungsstörung, die durch einen Kollaps der oberen Atemwege verursacht wird. Es kommt zu Schnarchgeräuschen und wiederkehrenden Atempausen, was schließlich zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts im zirkulierenden Blut führt und Erstickungsgefühle mit wiederholtem Aufschrecken aus dem Schlaf verursacht. Der Nachtschlaf wird immer wieder unterbrochen, verliert an Qualität und Erholsamkeit, der Körper reagiert mit Stress.

Die Patienten sind unausgeschlafen, energielos, leiden an ausgeprägter Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung und entwickeln in vielen Fällen Bluthochdruck und in weiterer Folge kardiovaskuläre Erkrankungen die das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen. Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Entwicklung eines Schlafapnoesyndroms, darunter Übergewicht, Gewebealterung, Alkoholkonsum und anatomische Besonderheiten.

Einflussfaktoren
  • Übergewicht
  • Gewebealterung
  • Alkoholkonsum
  • anatomische Besonderheiten

Als Screeningverfahren hat sich die ambulante Polygraphie bewährt, bei der das Atmungsmuster, die Blutsauerstoffkonzentration, die Herzaktion, die Körperlage und die Atemgeräusche des Patienten aufgezeichnet werden. Dafür verwende ich ein kleines portables Gerät, das der Patient in der Nacht in seinem eigenen Bett trägt und dessen Aufzeichnungen später ausgewertet werden.

Eine genaue fachärztliche Untersuchung inklusive flexibler Endoskopie kann bereits einen Hinweis auf die Art und den Ort der Einengung der oberen Atemwege liefern, in einigen Fällen ist eine medikamentös induzierte Schlafendoskopie diagnostisch zielführend. Bei dieser Untersuchung wird der Patient künstlich in Schlaf versetzt, um die Dynamik und das genaue Muster der Atemwegsobstruktion endoskopisch in Echtzeit zu beurteilen.

Behandlung von Schnarchen

Schnarchgeräusche während des Schlafes können in verschiedenen Etagen der oberen Atemwege verursacht werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine genaue Diagnostik, insbesondere der Ausschluss bzw. die Erfassung eines Schlafapnoesyndroms durch die Polygraphie. In vielen Fällen sind konservative Maßnahmen wie z.B. Gewichtsreduktion oder Lagetrainingsgeräte zur Vermeidung der Rückenlage hilfreich, in anderen sind chirurgische Verfahren erfolgreich. Zum Einsatz kommen Nasenscheidewandkorrekturen (Septumplastik) und verschiedene Eingriffe am Weichgaumen (UPPP) und am Zungengrund.

Behandlung des obstruktiven Schlafapnoesyndroms

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Behandlung eines OSAS, die abhängig vom Schweregrad, der Pathophysiologie und der Anatomie des Patienten von unterschiedlichen medizinischen Fachdisziplinen eingesetzt werden. Als Goldstandart wird vom Lungenfacharzt eine Überdruck-Beatmungsmaske (CPAP-Maske) angepasst, die ein Kollabieren der oberen Atemwege während des Schlafes verhindert. Manchmal ist eine Septumplastik notwendig um eine ausreichende Nasenatmung für die CPAP-Maske zu gewährleisten.

Wie beim einfachen Schnarchen lässt sich auch ein obstruktives Schlafapnoesyndrom durch eine Gewichtsreduktion abmildern und behandeln. Hilfreich sind eine medizinische Ernährungsberatung, medikamentöse und auch chirurgische Therapien. Bei Veränderungen des Kiefers, die den oberen Atemweg einengen ist eine kieferchirurgische Operation erfolgreich.

Bei milden und mittelgradigen Formen des obstruktiven Schlafapnoesyndroms kann eine Protrusionsschiene, die das Unterkiefer vorverlagert, ein Lagetrainingsgerät zur Vermeidung der Rückenlage, oder ein HNO-chirurgischer Eingriff, wie die UPPP zur Erweiterung der oberen Atemwege erfolgreich sein. Den entscheidenden Hinweis für eine erfolgreiche Therapie liefert häufig die medikamentös induzierte Schlafendoskopie, eine Untersuchung die ich ambulant im Medicent durchführe. In schweren Fällen und wenn die CPAP-Maske nicht toleriert wird, kann die Versorgung mit einem Hypoglossus-Schrittmacher Erfolg bringen. Dieses Gerät ist in Österreich bereits seit einigen Jahren im Einsatz und wird auch in Salzburg an der Universitätsklinik für HNO implantiert.

Ja, mit einer CPAP-Maske können die meisten Patienten mit einem OSAS erfolgreich behandelt werden. Allerding gibt es auch Ausnahmen und manche Patienten tolerieren die Maske nicht, manche bekommen zu wenig Luft durch die Nase. In diesen Fällen ist eine Vorstellung beim HNO-Arzt sicherlich sinnvoll.

Diese Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden. Da ein OSAS – wie oben beschrieben – von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, die sich behandeln lassen, ist eine genaue Diagnostik, auch durch unterschiedliche Fachdisziplinen, unerlässlich.

Sogenannte Wearables, also kleine Computer die am Körper getragen werden und verschiedenste Körperfunktionen und Aktivitäten aufzeichnen, werden immer beliebter und sensitiver. Natürlich handelt es sich dabei um keine zertifizierten Medizinprodukte, daher ist ihre Aussagekraft begrenzt. Warnungen des Geräts können aber Anlass zu einem Arztbesuch geben. Durch eine ambulante Polygraphie kann ein obstruktives Schlafapnoesyndrom diagnostiziert und in der Folge auch behandelt werden.

Der natürliche Schlaf eines Menschen kann in einem sogenannten Schlaflabor in der Klinik untersucht werden. Dabei erfolgt neben einer Videoaufzeichnung die Überwachung von verschiedenen Körperfunktionen wie Herzaktion, Blutsauerstoffsättigung und Atmungsmuster. Als Screeninguntersuchung für das obstruktive Schlafapnoesyndrom hat sich ein ambulantes Verfahren etabliert, die Polygraphie. Mit einem kleinen tragbaren Gerät wird der Schlaf überwacht und die Ergebnisse anschließend in meiner Ordination ausgewertet und mit dem Patienten besprochen.

Eine ambulante Polygraphie zur Aufzeichnung des nächtlichen Atemmusters ist unkompliziert, nicht schädlich und kann daher bei Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom empfohlen werden. Zur Selbsteinschätzung sind etablierte Fragebögen wie der ESS hilfreich.

Haben Sie noch Fragen?

Gerne können Sie mir Ihr Anliegen, Vorbefunde, sowie eine Terminanfrage per E-Mail zusenden.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, direkt einen Online Termin in meiner Ordination zu buchen. Ihre Vorgeschichte und Befunde können dabei datenschutzkonform im Rahmen der Terminbuchung übermittelt werden.

Jetzt Termin vereinbaren